6. BBE/UFOP-Seminar                                                                                „Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen und erneuerbarem Strom“

Das erfolgreiche Fachseminar des Bundesverbandes Bioenergie e.V. (BBE) und der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) zu „Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen und erneuerbarem Strom“ findet inzwischen zum sechsten Mal statt.

 

Hintergrund und Anlass:

Ende 2018 traten die Neufassung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (EU 2018/2001) - RED II – sowie die EU-Verordnung zur Festlegung verbindlicher nationaler Treibhausgasminderungsziele (EU 2018/842) für den Verpflichtungszeitraum 2021 bis 2030 in Kraft. Mit diesen Verordnungen erhält die Treibhausgasminderung einen „Preis“, wenn das nationale Minderungsziel im jeweiligen Verpflichtungsjahr im Verkehrssektor unterschritten wird und nicht kompensiert werden kann. Wenn die Verpflichtung nicht erfüllt werden kann, müssen Emissionsrechte von anderen Mitgliedsstaaten aus Steuermitteln zugekauft werden. Besonders der Verkehrssektor, der nicht wie der Industrie- oder Energiesektor Defizite durch den Emissionshandel ausgleichen kann, steht im klimapolitischen Fokus, weil nur dieser Sektor seit 1990 die Treibhausgasemissionen nicht reduzieren konnte. Ungeachtet dessen, das nach Zahlen des Umweltbundesamtes nahezu 100 Prozent der im Verkehr erzielten Treibhausgasminderungen auf Biokraftstoffe zurückzuführen sind, stehen diese in der öffentlichen Kritik. Und dass, obwohl die gesamte Vorkette, beginnend mit der Anbaufläche bis hin zum Biokraftstoffhersteller, eine Vielzahl von Zertifizierungsanforderungen erfüllen müssen als Voraussetzung für die Anrechnung auf die THG-Quotenverpflichtung.

Der Handlungs- bzw. gesetzliche Regelungsdruck ist enorm. Das Klimakabinett muss Ende September die konkreten Maßnahmen festlegen. Denn spätestens im Dezember müssen die Mitgliedsstaaten der EU-Kommission die finalen Energie- und Klimapläne zur Prüfung vorlegen. Der inzwischen intensiv diskutierte Entwurf für ein Klimaschutzgesetz legt nicht nur für die jeweiligen Sektoren die maximal jährlich zulässige Treibhausgasmenge bis 2030 fest, sondern auch die „Verantwortlichkeiten“ im Falle der Überschreitung.

Dieter Bockey, UFOP

 

Florens H. Dittrich, BBE